Ratte

Einfallsreich. Extrem anpassungsfähig. Zerstörerisch.

30.6.2026

Die Wanderratte (Rattus norvegicus) gehört zu den erfolgreichsten und anpassungsfähigsten Säugetieren der Welt. Aufgrund ihrer Intelligenz, Vorsicht und Fähigkeit, sich an unterschiedliche Umgebungen anzupassen, zählt sie zu den anspruchsvollsten Schädlingen in städtischen, industriellen und landwirtschaftlichen Bereichen.

Man findet sie in Kanalisationen, Lagern, Wirtschaftsgebäuden, Ställen, Produktionsbetrieben, Wohngebäuden sowie in der Nähe von Nahrungs- und Wasserquellen. Ratten verursachen erhebliche Sachschäden, verunreinigen Lebensmittel und können Erreger verschiedener Krankheiten übertragen. Wegen ihrer schnellen Vermehrung und ausgeprägten Lernfähigkeit ist rechtzeitiges Handeln besonders wichtig.

Wie erkennt man eine Ratte?

Eine Ratte hat einen gedrungenen Körper, eine stumpfe Schnauze, kleinere Ohren und einen langen, fast unbehaarten Schwanz. Ein ausgewachsenes Tier ist in der Regel 20–30 cm lang, der Schwanz 17–23 cm. Das Gewicht liegt zwischen 250 und 500 g, größere Tiere können auch mehr wiegen.

• Größere, längliche Kotspuren

• Deutliche Nagespuren

• Baue rund um Gebäude

• Fettige Laufspuren entlang von Wänden

• Kratzgeräusche in Wänden oder unter Böden

• Beschädigte Verpackungen und Lebensmittelvorräte

Warum treten Ratten in der Nähe von Menschen auf?

Ratten siedeln sich vor allem dort in Menschennähe an, wo sie Nahrung, Wasser und sichere Verstecke finden. Sie werden von leicht zugänglichen Nahrungsquellen, Tierfutter, Kompost und Abfällen angezogen und halten sich häufig auch in der Kanalisation sowie in ruhigen, geschützten Bereichen rund um Gebäude auf.

Sie können durch Öffnungen von nur etwa 20 mm in Gebäude eindringen. Deshalb ist es wichtig, mögliche Eintrittsstellen rechtzeitig zu erkennen und sorgfältig abzudichten.

Wo verstecken sie sich?

Ratten suchen ruhige, geschützte und schwer zugängliche Orte, an denen sich in der Nähe ausreichend Nahrung und Wasser befinden. Häufig verstecken sie sich in Kanalisationen, Kellern, unter Gebäudefundamenten, in Lagern, Ställen und anderen Wirtschaftsgebäuden.

Im Freien findet man sie häufig an Flüssen und Bächen, in der Nähe von Kompostplätzen sowie auf Abfallflächen, wo sie gute Bedingungen zum Verstecken, Fressen und Vermehren vorfinden.



Welche Schäden verursachen sie?

  • Sie verunreinigen Lebensmittel mit Urin, Kot und Haaren.
  • Sie beschädigen elektrische Kabel und können Kurzschlüsse verursachen.
  • Sie nagen an Holz, Kunststoff, Rohren und Dämmmaterial.
  • Sie beschädigen Lebensmittelvorräte.
  • Sie können Erreger verschiedener Krankheiten übertragen.

Die erstaunlichen Fähigkeiten von Ratten

Die Ratte ist ein äußerst intelligentes Tier, das schnell lernt und Probleme effektiv löst. Neue Umgebungen und unbekannte Gegenstände untersucht sie sehr vorsichtig – ein Verhalten, das als Neophobie bezeichnet wird.

Sie ist außerdem eine ausgezeichnete Schwimmerin und kann etwa drei Minuten lang die Luft anhalten. Wände, Rohre, Kabel und Bäume erklimmt sie ohne größere Schwierigkeiten. Sie kann ungefähr 75 cm hoch und mehr als einen Meter weit springen.

Ihre Schneidezähne wachsen ein Leben lang, weshalb sie ständig nagen muss, um sie abzunutzen.

Wie erkennt man Ratten anhand ihres Kots?

Rattenkot ist in der Regel etwa 12–20 mm lang und dunkelbraun bis schwarz. Er ist länglich geformt und hat eher stumpf abgerundete Enden.

Frischer Kot ist dunkel und glänzend; mit der Zeit trocknet er aus und nimmt einen gräulichen Farbton an. Sein Auftreten ist eines der häufigsten Anzeichen für Rattenaktivität in oder rund um ein Gebäude.

Wie kann man Ratten vorbeugen?

Ratten lässt sich vor allem vorbeugen, indem der Zugang zu Nahrung, Wasser und Verstecken eingeschränkt wird. Entfernen Sie Abfälle regelmäßig und achten Sie darauf, dass Müllbehälter stets gut verschlossen sind. Beseitigen Sie stehendes Wasser und dichten Sie Öffnungen und Ritzen ab, durch die Ratten in das Gebäude gelangen könnten.

Auch die regelmäßige Pflege und Ordnung rund um das Gebäude ist wichtig, da dadurch mögliche Versteck- und Nistplätze reduziert werden. Kontrollieren Sie regelmäßig auf Anzeichen von Nagetieren, damit Sie bei einem Auftreten rechtzeitig reagieren können.

Wie lassen sich Ratten wirksam bekämpfen?

Bei stärkerem Befall empfiehlt sich ein umfassender Ansatz, der Monitoring, mechanische Lösungen und bei Bedarf den Einsatz geeigneter Rodentizidköder kombiniert. Die Wahl sollte an die Umgebung, die Aktivität der Nagetiere und ihre Ernährungsgewohnheiten angepasst werden.

Die häufigsten Lösungen sind:

  • Klebebretter und Klebefallen in Buchform – zur Überwachung und mechanischen Fangkontrolle von Ratten
  • Weichköder – wenn eine hohe Köderakzeptanz besonders wichtig ist
  • Paraffinblöcke – für feuchte Umgebungen und Kanalisationen
  • Pellets – für eine einfache und praktische Dosierung
  • Getreideköder – für Bereiche, in denen Ratten natürliche Nahrungsquellen suchen

Für beste Ergebnisse ist es wichtig, die passende Lösung entsprechend der Umgebung und dem Verhalten der Ratten auszuwählen und ihre Aktivität regelmäßig zu kontrollieren.

Wissenswertes

  • Ratten verfügen über einen sehr guten Geruchs- und Hörsinn sowie ein gutes Gedächtnis und merken sich Wege zu Nahrung und Verstecken schnell.
  • Sie können sich durch eine Öffnung von etwa 2 cm in ein Gebäude zwängen.
  • Ihre Schneidezähne wachsen ein Leben lang, deshalb müssen sie regelmäßig nagen. Aus diesem Grund haben Ratimor Paraffinblöcke gezackte Seiten.
  • Ratten sind überwiegend nachts aktiv. Werden sie häufig tagsüber beobachtet, kann dies auf eine größere Population oder Nahrungsmangel hindeuten.
  • Bei der Nahrungssuche bewegen sie sich häufig entlang von Wänden und Kanten, wo sie sich sicherer fühlen.
  • Stehen ausreichend Nahrung, Wasser und Verstecke zur Verfügung, kann ihre Population sehr schnell wachsen.
  • Ratten können an Rohren, Kabeln und rauen Oberflächen klettern, weshalb auch höhere Stockwerke für sie nicht unbedingt ein Hindernis darstellen.

Häufig gestellte Fragen

Am wirksamsten ist eine Kombination aus vorbeugenden Maßnahmen, Monitoring, mechanischen Lösungen und geeigneten Rodentizidködern. Wichtig ist außerdem, den Zugang zu Nahrung und Wasser zu unterbinden und mögliche Eintrittsstellen abzudichten.